Hallo Holger,
Recht hast Du. Bezieht man sich auf die Erkenntnisse anderer, oder verwendet Ergebnisse, die nicht die eigenen sind, muß die Quelle ordentlich angegeben werden. Der vorliegende Fall erscheint mir jedoch anders gelagert. Walter E. Schön erklärte uns ja - wie er es dankenswerter Weise oft tut - damals die Regeln der deutschen Sprache bei der Bildung oder Interpretation zusammengesetzter Substantive. Auch er gab als Quelle nicht den Warig, den Duden, oder seinen alten Deutschlehrer an. Bezieht sich Herr Walter Schwab nun auf dieselbe Regel unserer Muttersprache, halte ich es nicht unbedingt für nötig, den Autor des entsprechenden Regelwerks, oder Autoren aus Internetforen zu zitieren, die diese Regeln bereits einmal dargestellt haben. Wenn Herr Schwab dies täte, würde sich der kurze Artikel, gedacht zur übersichtlichen fachlichen Information von optisch interessierten Vogelbeobachtern, lesen wie eine Amtsakte.
Ich kann mich nicht daran erinnern, daß Walter E. Schön die explizite Beschreibung des Zusammenhangs zwischen der kleinsten Entfernung eines scharf abgebildeten Objekts bei auf Unendlich eingestelltem Fernglas bekannter Vergrößerung und der Akkommodationsbreite- bzw. fähigkeit des Beobachters hier im Forum dargestellt hat. Wenn Herr Schwab dies tut, sehe ich ebenfalls keinen zwingenden Grund eine Quelle für diese Beschreibung zu nennen, da ich denke, daß es sich um bekannte fachliche Grundlagen der Optik handelt. Wer zitiert denn schon ständig Archimedes oder Newton...
Da ich den von Herrn Schwab beschriebenen Zusammenhang als wertvollen Hinweis zur einfachen Bestimmung der eigenen Akkommodationsfähigkeit betrachte, würde es mich nicht wundern, wenn dieser auch von Walter E. Schön in seinem Fernglasbuch beschrieben werden wird. Walter E. Schön ist ja bekannt für die Darstellung äußerst praxisrelevanter physikalische Experimente auf dem Gebiet der Optik. Aber sollte er dann Herrn Schwab zitieren?
Ich denke, am besten wäre es wohl, wenn Walter E. Schön sein fernoptisches oeuvre zu Festplatte und anschließend in den Fachhandel bringen würde. Dann fiele gegebenenfalls den Autoren die Angabe der Quelle leichter und wir hätten endlich etwas in der Hand.
Schöne Grüße vom Berliner Polarkreis,
Jan