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Ausführlicher Vergleich : Zwei Low-Budget EDC-Ferngläser unter 400 Gramm.

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16. Februar 2015 13:52
Vergleichstest Budget-Leichtferngläser Celestron Nature DX 8x25 / Delta Optical ONE 8x32

Hallo allerseits,

in 2013/14 habe ich begonnen, mich intensiv mit Optik auseinanderzusetzen (Astronomie / Naturbeobachtung)
und bin mit meinem Hauptglas Eschenbach Trophy B ED 8x42 sehr zufrieden und habe hier einen Erfahrungsbericht bereits gepostet,
der hier im Forum als Testbericht abgelegt ist.

Ich selbst finde zwar starkes gefallen am Hobby Optik, möchte dafür aber kein Vermögen für Zeiss und co. ausgeben
und verzichte auf die letzten 10-15% Perfektion.

Ich bin deshalb auf der Suche nach „Best Value for Minimum Money“

Mein Eschenbach 8x42 ED hat (wie alle Ferngläser mit Öffnungen jenseits der 42mm) den kleinen Nachteil,
daß es mindestens 750gr. Schwer und so groß ist,
daß es weder in (mein kleines) Handschuhfach im Auto , noch in eine Jackentasche passt und somit
halsbelastend mit Riemen getragen werden muß oder im Rucksack verstaut werden muß.
(letzteres macht Spontanbeobachtungen unmöglich)

Ich habe mir deshalb im Sommer 2014 ein Celestron Nature DX 8x25 zugelegt.
welches ohne Doppelknickbrücke auskommt , FMC Vergütung und Phasenkorrektur besitzt
und mit 380gr. und 11x11cm unschlagbar klein schien.
Es erfüllte seinen Zweck tagsüber sehr gut, wobei beim 8x25er nur 3mm Pupillendurchmesser
natürlich eine sehr gute Positionierung am Auge erforderte.

Was ich aber feststellen mußte war, daß bei allem positiven, was mir(uns) das Celestron brachte, es leider natürlich nicht mehr nützlich
war sobald Dämmerung oder gar Dunkelheit eintraf.

Ich war der Meinung, daß es keine tauglichen 8x3xer Ferngläser unter 500gr und kleiner 11,5x12cm gäbe,
und sich somit ein Umstieg nicht lohne, weil dann die EDC Transportabilität wieder leiden würde
(und das war bei aller Abendlichtschwäche immer noch der Primärzweck der Celestrons)

Einen Teil meiner Marktkenntnis verdanke ich dem englischsprachigem Ableger einer polnischen Fernglastestseite
(www.allbinos.com), die (relativ einzigartig) viele gängige und noch mehr ältere Ferngläser aller führenden Marken mit guten und nachvollziehbaren
Testprotokollen testet. (u.a. auch mit einer Transmissionskurve)

Die polnischsprachige Heimathomepage beinhaltet noch wesentlich mehr Tests als die englischsprachige und als ich neulich dort
einmal stöberte fand ich dort einen aktuellen (August 2014) Test eines neuen Produkts einer im polnisch russischem Sprachraum
offensichtlich sehr beliebten Fernglasmarke namens Delta Optical (die in China nach eigenen Vorgaben/Berechnungen produzieren lassen) :
Es handelt sich um das Delta Optical ONE 8x32 (auch als 10x32 erhältlich), welches bei 32er Öffnung dasselbe Gewicht und dieselben
Abmessungen wie meine Celestrons versprach und zudem im Test insgesamt sehr gut abgeschnitten hat
(z.B. gute Transmsissionswerte, wenig Verzerrungen etc.) und zudem sehr preiswert war
(nur 20€ mehr als ich für mein 8x25 bezahlt habe)

Da die Marke Delta Optical in Deutschland wenig bekannt ist, gibt es keine großen Versender oder lokale Händler,
die diese Marke im Angebot haben und so bestellte ich es online bei einer kleinen Jägerausstattungsfirma aus Hessen.

---------

Hier ist nun mein Vergleichstest zwischen dem Celestron Nature DX 8x25 und dem Delta Optical ONE 8x32 ,
jede Rubrik vergibt Noten von 1 bis 5, Jede Rubrik hat eine (subjektive) Gewichtung in x% von 100%

---------

1 Preis, Lieferumfang (10%)
Das Celestron ist beim deutschen Celestron vertrieb direkt oder bei führenden Optik Versendern online erhältlich
und kostet aktuell ca. 110€ inkl. Versand. Das Delta Optical ist online schwieriger zu bekommen
(nur 2 deutsche Versender, keine der großen Optikversandhäuser haben es im Programm) kostet aktuell ca. 128€ inkl. Versand.

Taschen (Foto 1A)
Das Celestron liefert nur eine einfache anonyme Tasche aus Silikon ohne Halsband (nur mit Gürtelöse) sowie die üblichen Okular –und
Obkjektivabdeckungen (letztere nicht befestigbar am Band) sowie einen einfachen Cordura Halsriemen. Insgesamt nur das Mindestmaß an Zubehör.
Das Delta Optical ist hier besser ausgestattet :
Neben den üblichen Okular- und Objektibvabdeckungen (wie beim Celestron Objektivseitig leider nicht dauerhaft am Halsriemen arretierbar,
das haben eh nur wenige teurerer Ferngläser) gibt es eine wertige, auf das Glas abgestimmte Tasche aus härterem widerstandsfähigem
Kordura Material mit Innenpolsterung. Ein 3D-Aufnäher mit der Modellbezeichnung ist darauf angebracht Die Tasche ist an den Seiten
innen mit Klett arretierbar, so dass man das Glas einfacher aus der am Gürtel befestigten Tasche ein- und ausnehmen kann,
ohne die Tasche vollständig öffnen zu müssen – sehr praktisch.
(s. Foto 1C)

Zudem gibt es für die Delta Tasche einen Trageriemen mit Bajonettanschluss.

Dar Halsriemen für das Glas ist zwar etwas kurz (Große Männer haben es unter dem Hals hängen, nicht oberhalb des Bauches)
aber dafür weich und gummigedämpft, somit wertiger als der von Celestron.


Der Lieferumfang und insbesondere die Qualität (der Tasche, Halsrienmen) ist beim Delta bei ähnlichem Preis
doch höher als beim Celestron, es gewinnt deshalb Delta:

Celestron : 4 – Delta Optical : 2

-----

2 Maße und Gewichte, Kompaktheit, Optische Wege, Vergütung, Verarbeitung (15%)

Beide Ferngläser sind fast exakt gleich groß (ca. 11,5x11cm, je nach Knickwinkel und Augenmuschelklappzustand) :
Das Celestron dabei etwas länger als breit und das Delta Optical etwas breiter als lang, beide aber sozusagen flächenmäßig gleich groß (s. Foto 2A)

Das Delta hat wie zu erwarten natürlich größere Objektive (s. Foto 2B)
Die Austrittspupille entspricht exakt den Vorgaben (3 mm beim Celestron , 4mm beim Delta)
Die Okulare sind beim Celestron ca. 1,9cm im Durchmesser, beim Delta ca. 1,8cm.

Beide haben gute Grünvergütung objektivseitig und rot/braun Vergütung Okularseitig
Alle optischen Flächen haben offensichtlich eine Vergütung Die vielen Reflexlichter von einer Lichtquelle,
die vor die Optik gehalten wird, werden nie weiß reflektiert sondern immer mit grünen oder rotem Farbton.

Die Verarbeitung ist bei beiden auf sehr gutem Niveau : Keine sichtbaren Grate, passfeste Gummiarmierung ,
solides Qualitätsempfinden, beide hinterlassen eine stabilen Eindruck sind wasserdicht und stickstoffgefüllt
und das subjektive Empfinden zumindest bestätigt gute Outdoor Fähigkeit.

380gr. und 11x11cm sind mobiltätstechnisch gesehen eine klare Ansage , beide sind ultrakompakt und leicht auch
nur mit einer Hand für längere Zeit zum Beobachten haltbar .
Da das Delta bei nahezu gleichen Maßen 32mm Öffnung bietet bekommt es eine Note besser als das Celestron .
Dass Delta Optical besitzt eine aufgeklebte Seriennummer das Celestron nicht. (s. Foto 2F),
Beide „Made in China“

Beide superklein und superleicht, das Delta mit optischem Vorsprung bei gleicher Größe, deshalb hier Sieger:

Celestron : 2 – Delta : 1

----

3 Augenmuscheln , Brillenfähigkeit (5%)

Celestron 3 stufig rastbar mit leichter Bewegung zwischen den Rastern aber exakt feststellbar.
Delta ebenfalls 3 stufig mit etwas robsuterem „gummirieb“ zwischen den Rastern aber ebenfalls exakt feststellbar.
Ich als Brillenträger (kurzsichtig, ca. -3 Dioptrien) kann bei beiden Gläsern im voll eingefahrenen Zustand einblicken
(Pupillenabstand somit ausreicheichend für Brillenträger) und kann das volle Gesichtsfeld einsehen.
Die Dioptrien sind bei beiden bis mindestens +/-3 auch verstellbar (ich zumindest kann ohne Brille scharf voreinstellen)

Der minimal einstellbare Augenabstand ist bei beiden sehr klein und somit auch kinderfreundlich (s. Foto 3A)
Der Maximalabstand beim Delta nur gering größer.
(56-72 mm beim Celestron, 56-75 mm beim Delta)

Beide auf recht gutem Niveau:

Celestron : 2 – Delta Optical : 2

----

4 Fokussierung (5%)

Das Rendelrad des Delta Optical ONE ist deutlich größer als das des Celestron (s. Foto 2C) und benötigt einiges mehr an Umdrehungen
zwischen der weitesten und nahesten Fokussierung (schneller Superfokus a la Zeiss geht hier selbstverständlich nicht) ist dafür aber beim
Delta sehr „smooth“ gelagert und hat einen wunderbaren gleichbleibenden Widerstand und läßt sich damit sehr exakt scharfstellen.
Das große Rad erleichtert dies um so mehr, da es auch immer gut erreichbar ist. (s. auch Foto 3A)
Das Celestron ist ebenfalls solide in der Steuerung, schneller bei Nah-Fernwechsel fokussierbar mit weniger Umdrehungen, das Rad aber kleiner,
mit weniger griffiger Oberfläche und mit etwas Spiel bevor es anzieht, was das Detailscharfstellen etwas erschwert.

Knapper Sieg fürs Delta:

Celestron : 3 – Delta : 2

----

5 Schärfe und Kontrast bei Tag sowie Sichtfeld (20%)

Die Schärfe ist bei beiden gut, bei sonnigem Tag ist auch kein frapanter Unterschied in der Helligkeit des Bildes zu sehen.
(evtl. einen Tick schlechter als bei meinem 8x42er Eschenbach aber dennoch scharf und hell) Das Delta ist hier auch einen Tick heller
als das Celestron (wie zu erwarten durch die größere Objektivöffnung und die resultierende größere Pupillenöffnung),
was tagsüber und bei Sonnenlicht kaum unterscheidbar ist.
Der Objektkontrast ist bei beiden etwa gleich.
Beide haben recht gute Transmissionswerte und vernünftige moderne Vergütung. Ein zum Vergleich herangezogenes typisches
7x50er Jena-Typ-No-Name-Porro-Glas aus den 70ern war trotz größerer Öffnung und größerer Pupille dunkler und deulich weniger kontrastreich.

Der Schärfeverlust zum Rand ist bei beiden typisch für Gläser dieser Preisklasse, ab 65% von Mitte nach außen
wird es deutlich unschärfer, teurere Gläser halten hier sehr viel länger Schärfe vor.

Das Celestron besitzt noch befiedigende 7,2 Grad Sichtfeld, das Delta hingegen immerhin noch gute 7,5 Grad Sichtfeld.

Der Unterschied im Sehfeld ist hier auch in der Praxis deutlich sichtbar. Deshalb insgesamt knapper Vorsprung fürs Delta:

Celestron : 3 – Delta : 2

----

6 Schärfe und Kontrast bei Dämmerung und Nacht (15%)

Hier tatsächlich ein Unterschied wie Tag und Nacht ! Das Celestron fällt bei eintretender Dämmerung aufgrund der kleineren
Objektivdurchmessers und der kleineren Austrittspupille in freier Natur so deutlich ab, daß es gegenüber dem menschlichem Auge
kaum Vorteile mehr bringt, durchzusehen, um Einzelheiten im Strauch o.ä. zu erkennen.
Das Delta Optical 8x32er hingegen ist da noch recht hell und zeigt auch noch am Waldrandoder am Strauch in der Dämmerung
noch fokussierbarem Kontrast. Mein Eschenbach hat natürlich noch mehr Reserven zu bieten,
aber es ist überschaubar, nicht extrem drastisch.
Ebenso beim Test im halbdunklem Flur an einem Standard Sehtestbild aus 5m Entfernung :
Das Celestron machte freihand schon bei der fünftletzten Zeile schlapp, dessen Buchstebn nicht mehr lesbar waren.
Das Delta dagegen erst bei der drittletzten Zeile (Eschenbach mit ruhiger Hand noch bis vorletzte Zeile lesbar)

Hier also ein klarer Punktsieg fürs Delta Optical gegenüber dem Celestron, was bei 32er Öffnung aber auch von mir erwartet wurde:


Celestron : 5 – Delta Optical : 3

----

7 Farbsäume, Farbechtheit (10%)

Der einzige echte Schwachpunkt des Delta ! Am typischen Schornsteintest im Gegenlicht sind rechts lila und links gelbe Farbkanten
mittig ganz leicht erkennbar, zum Rand noch deutlicher, aber noch nicht extrem störend, deshalb noch ausreichend.
Beim Celestron erst am Rand erkennbar und kaum störend, beim Vergleichs-Eschenbach (ED Glas + phasenkorrektur)
sieht man allerdings (natürlich) so gut wie gar nichts.
Die Farbechtheit ist bei beiden ansonsten gut, grobe Abweichungen ins rote, gelbe, blaue etc. sind nicht festzustellen.

Das Celestron ist hier deutlich besser aufgestellt als das Delta:

Celestron : 2 – Delta Optical : 4

----

8 Verhalten bei starken oder Punktlichtquellen (10%)

Celestron zeigt mehrere stärker sichtbare „Geisterlichter“ im unteren Bereich um die Punktlichtquelle,
aber kein „Phasen-X“(x förmige Streifen mittig von Lichtquelle ausgehend)
Delta Optical zeigt nur ein sehr schwaches Geisterlicht, aber dafür sichtbares „Phasen-X“
Überstrahlung und damit nebelhafter Blick am Mond bei beiden deutlich schlechter als beim Eschenbach ,
aber in etwa untereinander gleich.

Insgesamt bei beiden aber ein befriedigendes Lichtquellenergebnis:

Celestron : 3 – Delta Optical – 3

----

9 Nahfokussierung (10%)

Bei beiden exakt gemessen mit Massband :
Celestron fokusiiertv auf sehr guten 1,5m, das Delta Optical auf spitzenmäßigen 0,9m (!)
Das Celestron ist für Insektenbeobachtung etc. gut geeignet, das Delta hervorragend geeignet:

Celestron : 2 – Delta Optical : 1

---------------

Zusammenfassend noch einmal alle Noten der Rubriken sowie die sich daraus ergebende
abschließende Durchschnittsnote (Summe von allen Rubriknoten x Prozentanteil / 100%)

# Rubrik - Gewichtung (%) - Note Celestron - Note Delta Optical
1 Preis und Lieferumfang 10 4 2
2 Maße und Gewichte… 15 2 1
3 Augenmuscheln, Brille 5 2 2
4 Fokussierung 5 3 2
5 Schärfe / Kontrast Tag 20 2 2
6 Schärfe / Kontrast Dämm. 15 5 3
7 Farbsäume, Farbechtheit 10 2 4
8 Verhalten bei Lichtquellen 10 3 3
9 Nahfokussierung 10 2 1
Summe aus Note*Gewichtung(100%) 28,00 22,00
Summe / 9 = Gesamtnote 3,11 2,44
Testrang 2 1


Fazit :

Das Delta Optical gewinnt in der Summe meinen subjektiven Vergleichstest recht deutlich, da es sich nur
in der chromatischen Verzerrung (mangels Phasenkorrektur (?)) echte Schwächen leistet und ansonsten
durchweg recht gute Eindrücke hinterläßt.

Die kompakten Maße und Gewichte , die gute Schärfe, die angenmessen gute Kontrastleistung bei Tag,
die noch befriedigende Dämmerungstauglichkeit, der erstklassige Nahfokus von unter 1m
sowie die gute und stabile Tasche für den Gürtel empfehlen das Delta Optical als EDC Fernglas.

Für den Preis von knapp 130€ erhält man viel ultramobile Optik fürs Geld.



gersi
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Ausführlicher Vergleich : Zwei Low-Budget EDC-Ferngläser unter 400 Gramm. Anhänge

gersi 6564 16. Februar 2015 13:52

Re: Ausführlicher Vergleich : Zwei Low-Budget EDC-Ferngläser unter 400 Gramm.

Elmer Fudd 1374 17. Februar 2015 08:03

Re: Ausführlicher Vergleich : Zwei Low-Budget EDC-Ferngläser unter 400 Gramm.

gersi 1369 17. Februar 2015 10:15

Re: Ausführlicher Vergleich : Zwei Low-Budget EDC-Ferngläser unter 400 Gramm.

Elmer Fudd 1367 17. Februar 2015 13:32



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